48 Stunden Prag − meine Reiseerinnerungen

Es war mal wieder an der Zeit, die eigenen 4 Wände gegen ein Hotelzimmer einzutauschen. Das Fernweh hatte mich nach kaum 4 Wochen „zu Hause sein“ gepackt. Ich musste einfach mal wieder raus hier. Raus aus dem Alltag. Und das ist mir mit meiner Reise nach Prag ganz gut gelungen. Mir blieben nur 48 Stunden in dieser Stadt. 48 Stunden um Prag zu erkunden, den Alltag zu vergessen und die Stadt auf mich wirken zu lassen. 48 Stunden, in denen ich mich habe treiben lassen.

Übernachtet haben wir im Mosaic House, das Designhotel und Hostel miteinander verbindet. Das Mosaic House befindet sich im Stadtteil Novä Město. Im Erdgeschoss befindet sich „Belushis“ Bar, die jeden Abend gut gefüllt war. Morgens konnte man sich am Frühstücksbuffet bedienen – das kostet aber extra und wir wollten lieber verschiedene Prager Cafés und Restaurants kennenlernen.

Wir hatten ein Doppelzimmer mit Dachterasse gebucht, von der wir einen weiten Blick über Prag hatten. Die Kombination aus Hostel und Hotel kannte ich bisher noch nicht und hat mich hier echt begeistert. Jeden Abend legten DJs auf und es kamen Gäste von überall her. Trotz der Lautstärke in der Bar, die sich gleich im Eingangsbereich befindet, haben wir in unserem Zimmer nichts davon mitbekommen.

Auf Bus und Bahn haben wir in den 2 Tagen verzichtet, da wir Prag vom Hotel aus gut zu Fuß erkunden konnten. Mir hat unser Aufenthalt im Mosaic House sehr gut gefallen und ich würde jeder Zeit wieder dort ein Zimmer buchen.

Da Essen und Trinken für mich auf Reisen irgendwie dazu gehört, habe ich mich auch in Prag auf die Suche nach feinen Cafés und Restaurants gemacht, die nicht direkt auf den klassischen Touristenwegen liegen. Und siehe da, ich bin sogar fündig geworden.
Auf dem Weg in die Altstadt fanden wir ganz in der Nähe des Hotels eine französische Bäckerei, das
LE CARROUSEL (Narodni 37). Schon von draußen sieht man, das dort mit viel Liebe gearbeitet wird. Der Blick auf die Theke machte uns die Auswahl nicht gerade leicht – Croissants in allen Variationen, süße und herzhafte Crepes, belegte Baguettes, Macarons, Quiches, Tartlets, Joghurts und vieles mehr.
Durch die großen Schaufenster habe ich das Treiben draußen beobachtet und fühlte mich ein klein wenig an meinen Urlaub in Paris erinnert.

Am Abend war mir nicht nach der typisch tschechischen Küche mit Entenkeule und Knödeln. Deshalb fiel mein Blick auf ein italienisches Restaurant, das sich ganz in der Nähe des LE CARROUSEL befindet. Hereingelockt ins Modra Zahrada hat mich die Inneneinrichtung: modern, schnörkellos, geradlinig und aufgeräumt – keine Spur von rot-weiß karierten Tischdecken und Italienkitsch oder dem Kantinencharme einiger großer Ketten. Gegessen haben wir: Bruschetta, Melone mit Schinken, Fettucine und eine Pizza mit Schmandcreme, Rucola und Cranberries. Das Essen kam schnell auf den Tisch und war sehr lecker. Besonders die Pizza, die mich an Flammkuchen erinnerte, hatte es mir angetan.

Das absolute Highlight meiner Pragreise war für mich der Besuch im Cukrkavalimonada. Gelegen in einer Nebenstraße gleich hinter der Karlsbrücke, haben wir dieses Kleinod gefunden. Am Nachmittag brauchten wir eine kleine Auszeit vom Sightseeing und ließen uns hier eine hausgemachte Holunderlimo mit Zitrone und frischer Minze schmecken. Farben, Möbel und Wandgestaltung waren bis ins letzte Detail aufeinander abgestimmt. Aber seht selbst:

Schon kurz nach dem Betreten möchte man diesen Ort nicht mehr verlassen. Hier fühlte ich mich rundum wohl. Deshalb war es schnell beschlossene Sache, am nächsten Morgen hier zu frühstücken. Auch wenn ich die Karte am Vortag schon mehrfach studiert hatte, konnte ich mich am nächsten Morgen nur schwer entscheiden: belegte Croissants, Toasts mit Pesto, Ciabattas, hausgemachtes Brot, und Crepes mit verschiedenen Früchten. Auf unserem Frühstückstisch fanden sich: belegte Croissants mit Dillremoulade, Tomaten, Salat und Lachs, Aprikosenmarmelade, Rührei mit Salat, Bacon und hausgemachtem Brot, Crepe mit Erdbeeren und Lemon Curd-Creme, frisch gepresster Orangensaft und Latte Macchiato.

Mit grober Richtung Karlsbrücke sind wir vom Hotel aus losgelaufen und haben so die Stadt erkundet. Über den Altstädter Ring haben wir die Josefstadt erreicht. An einem Samstag herrscht dort eine besondere Atmosphäre. Der Trubel Prags scheint hier am Sabbat halt zu machen. Alle Synagogen, Museen und Geschäfte sind geschlossen und es sind nur wenige Leute unterwegs. Von dort aus stürzten wir uns wieder in den Touristenstrom Richtung Karlsbrücke. Auf dem Weg dorthin gingen wir in einen der vielen Manufaktura-Läden. Die Kette ist zwar kein Geheimtipp aber wenn man regionale Produkte sucht, dann wird man dort fündig. Auf der anderen Seite der Karlsbrücke haben wir fast den halben Tag auf der Prager Burg verbracht. Das Burggelände ist riesig und von überall hat man einen anderen Blick auf die Stadt. Auf dem Rückweg sind wir an der John Lennon Mauer und einem mediterranen Markt vorbeigekommen und haben statt des Weges durch die Altstadt den Weg auf der anderen Moldauseite über die Halbinsel Kampa gewählt.

Am Sonntag war nach dem Frühstück der Petrinhügel unser erstes Ziel. Für die 300 Meter Höhenunterschied kauften wir uns ein Ticket für die Standseilbahn. Diese kann man mit den normalen Nahverkehrstickets benutzen. Oben erwarten einen Gärten, ein Kloster und der Eiffelovka. Der Name kommt nicht von ungefähr, es handelt sich um eine kleinere Ausgabe des Pariser Eiffelturms. Wer unter Platzangst leidet, der sollte für den Weg nach oben die 300 Stufen dem Aufzug vorziehen. Für den Ausblick von oben lohnt es sich allemal.

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