Ich backs mir // Apfelkuchenduft

Draußen vorm Haus kreisen Vögel über das Feld, das vor unserem Küchenfenster liegt. Nebel steht über den Wiesen. Der Wind pfeift durch das Gras. Spaziergänger und Fahrradfahrer kommen immer wieder an unserem Fenster vorbei. Mit dicken Jacken und Mützen bis tief in das Gesicht gezogen. Der Wind peitscht ihnen ins Gesicht und färbt ihre Backen rot. Es ist ungemütlich draußen. Kalt und stürmisch.

Ich sitze in der warmen Küche. Im Ofen, ein Apfelkuchen mit karamellisierten Haselnüssen und Mandelkernen. Die Äpfel stammen vom Baum nebenan.

Heimlich, haben wir sie gepflückt und uns die Taschen damit vollgestopft. Er hat den Baum geschüttelt, bis die roten Äpfel, die von ganz oben, hinunter fielen. Ich musste Schmiere stehen. Gekichert haben wir dabei. Wie kleine Kinder damals auf dem Dorf, wenn sie etwas Verbotenes taten.

Der Ofen pustet warme Apfelkuchenluft in den Raum und vor mir steht eine große Kanne Tee auf dem Tisch. Es riecht nach Äpfeln. Nach Zimt und Mandeln. Nach Herbst.

Zutaten für eine Springform (Ø 20 cm):

2 – 3 kleine säuerliche Äpfel
180 g Mehl
125 g + 2 TL brauner Zucker
1 TL Zimt
1 TL Vanillezucker
1 1/2 TL Backpulver
5 EL Milch
90 g Butter
2 Eier
30 g gehackte Mandeln
50 g Haselnüsse
2 EL Portwein

Zubereitung:

Die Haselnüsse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im Ofen 10 Minuten bei 175 Grad Ober-/Unterhitze rösten. Anschließend die Nüsse in ein Küchentuch wickeln und mit etwas Kraft gegeneinander reiben, dadurch löst sich die Schale. Die Haselnüsse grob hacken.

125 g Zucker mit 75 g zimmerwarmer Butter, Zimt und dem Vanillezucker schaumig schlagen. Die Eier hinzugeben und gut verrühren. Mehl mit Backpulver mischen und mit der Milch unter den Teig rühren.

15 g Butter in einer kleinen Pfanne erhitzen. Gehackte Mandeln und Haselnüsse mit 2 TL Zucker in die Pfanne geben und unter ständigem Rühren leicht karamellisieren. Mit Portwein ablöschen und 1 Minute köcheln lassen. 2/3 der Nussmischung unter den Teig heben.
Eine kleine Springform einfetten, mit etwas Mehl bestäuben und die Hälfte des Teiges in die Form geben.

Äpfel schälen, Kerngehäuse entfernen und in Spalten schneiden. Die Hälfte der Apfelspalten auf dem Teig kreisförmig anordnen. Restlichen Teig in die Form geben und die übrigen Äpfel ebenso anordnen. Mit den restlichen Mandeln und Haselnüssen bestreuen. Den Kuchen im vorgeheizten Ofen bei 175 Grad Ober-/Unterhitze ca. 45 Minuten backen.

Und obwohl ich gerade im Urlaub bin, mache ich mit diesem Apfelkuchenrezept bei Claras „ich backs mir“ Aktion mit. Oder gerade deswegen. Das ursprüngliche Rezept stammt von Linda Lomelino und ich habe es etwas abgeändert.

11 Kommentare

  1. Ach, du hast mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert mit deinem Text! Und ich kann ihn förmlich riechen, den Apfelkuchen und den Herbst. Mmmh, duftet der gut! 🙂

    Liebe Grüße
    Anne

  2. Oooh so ein schönes Esszimmer 🙂 und so tolle Bilder vom Kuchen – Apfelkuchen ist ja nicht so meins aber mir gefällt die Geschichte wie der Apfel quasi vom Baum in den Kuchen kommt 🙂

    Alles Liebe von

    Kathi

  3. Was für ein zauberhafter Text! Hihi, sich manchmal wie ein Kind benehmen (und sich fühlen) ist einfach toll!
    Und das Apfel stibitzen hat sich offentlich auch gelohnt. Lecker sieht der Kuchen aus (und so herrlich hoch – ich mag das total). Ach und deine Bilder sind mindestens genauso so zauberhaft wie dein Text <3
    Liebste Grüße,
    Kimi

  4. Yeah Yeah Yeah! Ich stehe einfach total auf Äpfel – weswegen ich ja morgen auch zur Ernte fahre. und mich schmerzt es bei dem Gedanken, daß dieses Jahr soviele Äpfel vernichtet werden, da die Bauern sie nicht loswerden…so gesundes Obst mit so einer grossen Vielfältigkeit hat man nicht oft…und Kuchen steht da ganz oben auf meiner Liste ;o)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.