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Kardamom-Brötchen. Für jede Jahreszeit.

Kardamom. Entweder du magst ihn. Oder eben nicht. Ich mag ihn. Das Richtige für die Zeit zwischen Winter und Frühling. Für Tage, an denen der nächste Urlaub noch in weiter Ferne liegt und für Tage an denen die graue Wolkendecke nicht aufreißt und die Sehnsucht nach knöchelfrei  am größten ist. Dann ist mir warmes Kardamomgebäck ein zu Hause.

Sie funktionieren aber genauso gut im Spätsommer. Dann in Gedanken im Schwedenurlaub. Bestrichen mit dick Butter und Heidelbeermarmelade. Oder mit selbst gekochter Pfirsichmarmelade, die nur so nach Sommer riecht. Der goldene Herbst gibt dem Kardamomgebäck Pflaumenmuß und die dunklen Morgenstunden der kalten Wintermonate mögen feines Apfelgelee. Das Gelee mit etwas Amaretto. Eher reichlich davon.

Natron und Essig im Teig machen die Brötchen luftig und weich. Für mich so am liebsten.

Zubereitung für vegane Kardamom-Brötchen (Originalrezept):

Für die Brötchen 200 ml Mandelmilch in einem Topf erwärmen, 1 TL Zucker hinzugeben, 25 g Hefe hinein bröckeln und unterrühren. 200 g Dinkelmehl mit der Milch verrühren. Den Teig abgedeckt im Ofen bei 50 Grad 10 Minuten gehen lassen.

Anschließend 1 EL Essig, 1 TL Natron, 1/2 TL Salz, 75 g Zucker sowie 1 – 2 TL Kardamom hinzufügen. Von 300 g Dinkelmehl etwas Mehl mit dem Mixer unterkneten. Das restliche Mehl sowie 50 ml neutrales Öl nach und nach mit den Händen einarbeiten.

Den Teig portinieren, zu kleinen Brötchen formen und auf einem mit Backpaier ausgelegten Backblech, zugedeckt, 30 Minuten gehen lassen. Die Brötchen großzügig mit Mandelmilch bepinseln und im vorgeheizten Backofen bei 250 Grad Ober/- Unterhitze 10 -12 Minuten backen. Zwischendrin den Backofen öffnen und die Brötchen nochmals mit Milch bestreichen.

Grün essen.

Grün essen. In zweierlei Hinsicht. Aber seht selbst.
Für die Avocado-Soße 3 kleine Bio-Avocados, eine Handvoll Basilikumblätter, 3 Knoblauchzehen, 50 Gramm Pinienkerne, 1 Esslöffel Zitronensaft und 1 Esslöffel Olivenöl pürieren. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Für die Nudeln 2 große Zucchinis durch den Spiralschneider drehen und in einer großen Pfanne (hier Wok) in Kokosöl bei mittlerer Hitze anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. Die Soße zu den Zucchinis geben, alles vermengen und kurz aufkochen.

Wer mag, streut sich darüber Cashew-Parmesan für noch mehr Geschmack. Dafür 1 Handvoll Cashew-Kerne, 1 Esslöffel Hefeflocken und etwas Salz sehr fein mahlen (ich benutze dafür eine Kaffeemühle).

Januar.


Es macht ihn besonders. Das Weiß auf den Bäumen. Für einen Moment scheint es still zu werden. Er nimmt die Geräusche. [Nur das Knistern unter den Sohlen.] Und mir die Hast. Es scheint, als würde die Welt für einen Moment den Atem anhalten. Friedlich und still. Und in der Ferne schimmern noch die letzten Lichter der vergangenen Weihnacht.

Und so schenkt mir die weiße Schneedecke Ruhe und dieser Monat unverplante Zeit. Zeit, die ich nutze. Für mich. Nur für mich.

[Weißes Schneebett und goldenes Obst.]
Zum Frühstück oder für zwischendurch, wenn ich mir Gutes tue. Einfach weil ich ja Zeit habe.

Dafür dürfen sich in einer heißen Pfanne einige Birnenscheiben in etwas Butter und braunem Zucker drehen und wenden, bis sie gold-gelb angebraten und karamellisiert sind. Zum Schluss mag ich sie mit griechischem Joghurt und Ahornsirup.

Er bringt mir Ruhe, dieser Januar.

Zwischen den Jahren.

ofr ParisDas Jahr ist fast um und die Luft ist raus. Ein Neuanfang [Neudenken] am Ende des Jahres. Es fühlt sich gut an.

Ich fange an zu schreiben und fülle diesen Platz wieder mit Leben. Einiges hat sich verändert, aber alles ist geblieben. Ich hab mich neu geordnet, so wie diesen Ort hier, den ich viel zu lange vernachlässigt hatte. Dinge brauchen ihre Zeit. Gute sowieso. Altes darf bleiben und Neues kommen. Ich möchte Festhalten an dem was mir lieb ist und mich befreien von der Last alles zu müssen. Hier und anderswo. Weil am Ende nur zählt, dass es uns gut geht mit dem was wir tun.

Samstagskaffee // Sechsundsechzig

Samstagskaffee65

Samstagskaffee gut verpackt. Eingehüllt in weißem Schleier. [Schaum aus Milch]. Am neuen Lieblingsplatz. Wo vieles soviel leichter ist. Wo sich jeder Moment [ein bisschen] wie Urlaub anfühlt. Und ich glaube, jeder braucht so einen Platz.
Hier genieße ich die frühen Morgenstunden. Komme zur Ruhe und hänge in Gedanken irgendwo zwischen Dänemark und Amsterdam.

Im Hintergrund ein Lied. Ruhig und Wild. Weil, entscheiden kann ich mich nicht. Aber das muss ich auch nicht. Ich genieße beide.

Samstagskaffee // Fünfundsechzig

Samstagmorgen[kaffee]. Meerluft/duft noch immer in der Nase.
Dänemark! festgehalten in Gedanken. Bildern.
Festgehalten für die Tage, an denen das Atmen schwer fällt.
Für Tage, an denen Aufgeben leichter ist als durchzuhalten.
//
Nur wer heimkehrt, kann wiederkommen. Und so fällt der Abschied nie ganz so schwer. Weil ich weiß, tief in mir weiß, dass hier mein zu Hause ist. Am Meer.

Feines Gold und sattes Grün.

Maßstäbe setzen beim Frühstück. Weil ein gelungenes Wochenendfrühstück den Weg ebnet oder gar entscheidet welche Form der Tag annimmt. Frühstück zubereiten (ausgenommen Montag bis Freitag) ist meine Meditation, nichts schafft mehr Ausgleich.
Mein erstes Egg Benedtict. Hier im Verwandtschaftsverhältnis, als Egg Florentine. Die Sauce Hollandaise hab ich mir abgeschaut, schon im letzten Jahr und sie begleitet mich durch die Spargelsaison und nun auch durch die frühen Morgenstunden.  Weiterlesen

[Sonntag 2/2]

Montag, der sich zeitlich gesehen wie ein Sonntag anfühlt. [Sonntag 2/2]. Die Woche hat begonnen und fühlt sich doch ganz anders an. Wohlig warmer Duft drinnen. Abkühlung und graue Wolken draußen. Frischer Flieder auf dem Tisch, so wie ich es wollte. Nicht anders. Kein Abstrich. Genau so.

Warmes Gebäck von ihr, wie immer eigentlich. Mir ist es das Liebste. Weil sein Gelingen zuverlässig ist. [Ich schenke dem gold-gelben Süß 30 Minuten warme Ofenzeit]. Dazu Marmelade. Rote und blaue Beere bettet sich auf einer Sahnewolke, wie
hier auch schon.

(M)eine Mailiste.

Mutig sein. Und ein Wirtschaftstext, der mir im richtigen Moment in die Hände fiel.
Zum Einschlafen. Weil es beruhigt. (Daran erinnert und wieder gefunden. Jetzt liegen sie hier, nur fehlt das passende Abspielgerät.)
Ich mag ihren Blick auf den Teller. Und darüber hinaus.
Zwei Filme. Den einen auf der großen Leinwand, den anderen zu Hause.
Der erste Flieder. Und eine Vase davon auf meinem Tisch. Die große grüne, bisher noch unbenutzt.
Altbewährtes. Gebäck am Sonntag, unter frischer Wäsche und Krümeln im Bett.
Auf ein Konzert gehen. Zurück an den Ort, an dem wir uns vor 11 Jahren kennengelernt haben.
Einnebeln wie im letzten Jahr. Und diesmal auch für unterwegs.

Ende. Anfang.

Weil Leben auch Veränderung ist. Und Veränderung Neues beginnen lässt.

Sechs Monate in denen nichts so war wie erwartet. Abschiede. Tränen. Umzüge. Wut. Verzweiflung. Selbstzweifel.
Nichts ist mehr so wie es mal war.

Doch.

Du und ich.

Es ist so viel passiert. Aber nicht einfach so. Weil nichts einfach so passiert. Weil es kein Zufall war. An den glaube ich nicht. Es war so vorgesehen für euch und mich.

Uns.

Und jetzt fängt soviel Neues an. Es ist wie Laufen lernen. Ihr entdeckt eine neue Welt.

So viele Abschiede. Große. Und. Kleine. Wir lernen uns Neu kennen.

Und da wo Trennung war, wächst jetzt Neues.

Wir.

Ihr seid so stark. Und wieder weiß ich, dass Familie alles ist. Für mich. Auch wenn sie schrumpft. Immer kleiner wird. Aber ihr. Und all dem Unvorhergesehenen zum Trotz war da immer wieder Hoffnung. Ist Hoffnung.

Und jetzt nehme ich Veränderung selbst in die Hand. Weil wir es lenken können.

Nicht immer, aber jetzt.