Alle Artikel von Juliane

Süßkartoffelpizza

Pizza ohne Maß. Ohne übermäßiges Sättigungsgegühl. Und wiedereinmal ohne schlechtes Gewissen. Weil sie der Figur schmeichelt, anstatt ihr zuzusetzen. Ich muss Nichts schön reden. Sie nicht schön reden. Der Boden aus Blumenkohl. Sowieso wird hier viel Blumenkohl gegessen. Einfach, weil er so vielfältig einsetzbar ist. Für den Belag weichgegarte Süßkartoffel, Blattspinat und auch für die gesunde Variante, der sonst so fettigen Pizza, darf an manchen Tagen Käse einfach nicht fehlen.

Zutaten:

400 g Blumenkohl
1 Süßkartoffel
3 rote Zwiebeln
200 g Blattspinat
100 g geriebener Käse
50 g geriebener Parmesan
75 g gemahlene Mandeln
3 EL Milch
1 Ei
getrockneter Oregano
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Die Süßkartoffel ungeschält ringsherum mit einer Gabel einstechen und bei 175 Grad Ober-/ Unterhitze etwa 50 Minuten im Ofen weichgaren.

In der Zwischenzeit die Zwiebeln schälen, in Ringe schneiden und bei sehr niedriger Hitze in Olivenöl und etwas Salz 30 Minuten dünsten. Anschließend beiseite stellen.

Die Blätter und den Strunk vom Blumenkohl entfernen und kleine Röschen herausbrechen. Den Blumenkohl mit der Küchenmaschine oder dem Pürierstab klein schneiden, portionsweise in ein Küchentuch geben und das Wasser gut ausdrücken. Den Blumenkohl mit Parmesan, Mandeln, Salz, Pfeffer und Oregano vermischen. Das Ei dazugeben und alles gut durchkneten.

Den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und vorsichtig mit den Händen flach drücken. Eine zweite Lage Backpapier darüber legen und den Blumenkohlteig dünn ausrollen. Das Backpapier wieder entfernen und eventuell auftretende Risse mit den Fingern schließen. Mit Hilfe einer großen runden Schüssel den Pizzateig ausstechen und aus dem übrigen Teig einen kleinen Rand formen. Den Boden 25 bis 35 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 220 Grad Ober-/ Unterhitze goldbraun backen.

In der Zwischenzeit den Blattspinat waschen, grob hacken und mit der Zwiebel einige Minuten dünsten. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Die weiche Süßkartoffel halbieren, das Innere herausholen und mit einer Gabel zerdrücken. 3 Esslöffel Milch unter die Kartoffel rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den fertigen Pizzaboden aus dem Ofen nehmen. Die Süßkartoffel auf der Pizza verstreichen, Spinat und Zwiebeln darüber verteilen und mit Käse bestreuen.

Die Pizza weitere 10 Minuten bei 200 Grad Ober-/Unterhitze backen, bis der Käse zerlaufen ist.

Polenta [Käsekuchen]. Ein neuer Liebling.

Angeschmachtet hier und da. Mit großer Ehrfurcht. Lange gezögert. Der eigene Perfektionismus stand im Weg (wie so oft). Nach langer Zeit des Zögerns wurde es dann eine schnelle Nummer. Nahezu perfekt. Eine gute Größe hat der Kleine. Für 4 Personen. Für jeden zwei Stück. Und nichts bleibt übrig. Nicht unnötig süß. Leicht und gut bekömmlich. Wolkig weich in der Konsistenz. Die Polenta sorgt für Abenteuer auf der Zunge. Ruhezeit im Ofen sollte ihm gegönnt werden. Es lohnt sich allemal.

Schaut vorbei bei Fräulein Text.

Dänischer Sommer.

Ankommen. Zurücksein. Immer da. Süß-herbe Momente. Salzig und rau. Legt sich die Luft auf meine Haut. Hier bin ich zu Haus. Und war nie weg. Ein Ort, der wie ein zu Hause ist. Mein zu Hause ist. Hier fand ich schon so oft Ruhe, wenn ich zweifelte und die Welt Kopf stand, dass ich immer wieder hier her zurückkehre. Der Klang der Wellen, die Möwen über der Düne, die Fußsohlen überzogen mit Sand, Regen von oben und klitschnass bis auf die Haut, in der Sauna schwitzen und Abkühlung in der Wanne aus Zink unter freiem Himmel. Was die Nachbarn denken, egal. Im besten Fall gibt es die nicht.

Es ist ein bisschen perfekt.

Habt ihr auch so einen Ort? Erzählt mal!

Mood – Grau-blauer Sommer

Mein Sommer. Immer am Meer. Und wenn nicht da, dann immer seine Farben. Um mich herum und in mir drin.

Die passenden Töne gleich noch dazu. Eine Liebeserklärung, von einer so sanften Stimme. Wehmut im Herzen. Die Gedanken am Meer. Denn es ist immer da. In der Vergangenheit und auch in Zukunft. Und hier in der kleinen Großstadt, weil ich darin schwimme. In den Erinnerungen. Und sie tragen mich wie Wellen. Fort.

Kardamom-Brötchen. Für jede Jahreszeit.

Kardamom. Entweder du magst ihn. Oder eben nicht. Ich mag ihn. Das Richtige für die Zeit zwischen Winter und Frühling. Für Tage, an denen der nächste Urlaub noch in weiter Ferne liegt und für Tage an denen die graue Wolkendecke nicht aufreißt und die Sehnsucht nach knöchelfrei  am größten ist. Dann ist mir warmes Kardamomgebäck ein zu Hause.

Sie funktionieren aber genauso gut im Spätsommer. Dann in Gedanken im Schwedenurlaub. Bestrichen mit dick Butter und Heidelbeermarmelade. Oder mit selbst gekochter Pfirsichmarmelade, die nur so nach Sommer riecht. Der goldene Herbst gibt dem Kardamomgebäck Pflaumenmuß und die dunklen Morgenstunden der kalten Wintermonate mögen feines Apfelgelee. Das Gelee mit etwas Amaretto. Eher reichlich davon.

Natron und Essig im Teig machen die Brötchen luftig und weich. Für mich so am liebsten.

Zubereitung für vegane Kardamom-Brötchen (Originalrezept):

Für die Brötchen 200 ml Mandelmilch in einem Topf erwärmen, 1 TL Zucker hinzugeben, 25 g Hefe hinein bröckeln und unterrühren. 200 g Dinkelmehl mit der Milch verrühren. Den Teig abgedeckt im Ofen bei 50 Grad 10 Minuten gehen lassen.

Anschließend 1 EL Essig, 1 TL Natron, 1/2 TL Salz, 75 g Zucker sowie 1 – 2 TL Kardamom hinzufügen. Von 300 g Dinkelmehl etwas Mehl mit dem Mixer unterkneten. Das restliche Mehl sowie 50 ml neutrales Öl nach und nach mit den Händen einarbeiten.

Den Teig portinieren, zu kleinen Brötchen formen und auf einem mit Backpaier ausgelegten Backblech, zugedeckt, 30 Minuten gehen lassen. Die Brötchen großzügig mit Mandelmilch bepinseln und im vorgeheizten Backofen bei 250 Grad Ober/- Unterhitze 10 -12 Minuten backen. Zwischendrin den Backofen öffnen und die Brötchen nochmals mit Milch bestreichen.

Grün essen.

Grün essen. In zweierlei Hinsicht. Aber seht selbst.
Für die Avocado-Soße 3 kleine Bio-Avocados, eine Handvoll Basilikumblätter, 3 Knoblauchzehen, 50 Gramm Pinienkerne, 1 Esslöffel Zitronensaft und 1 Esslöffel Olivenöl pürieren. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Für die Nudeln 2 große Zucchinis durch den Spiralschneider drehen und in einer großen Pfanne (hier Wok) in Kokosöl bei mittlerer Hitze anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. Die Soße zu den Zucchinis geben, alles vermengen und kurz aufkochen.

Wer mag, streut sich darüber Cashew-Parmesan für noch mehr Geschmack. Dafür 1 Handvoll Cashew-Kerne, 1 Esslöffel Hefeflocken und etwas Salz sehr fein mahlen (ich benutze dafür eine Kaffeemühle).

Januar.


Es macht ihn besonders. Das Weiß auf den Bäumen. Für einen Moment scheint es still zu werden. Er nimmt die Geräusche. [Nur das Knistern unter den Sohlen.] Und mir die Hast. Es scheint, als würde die Welt für einen Moment den Atem anhalten. Friedlich und still. Und in der Ferne schimmern noch die letzten Lichter der vergangenen Weihnacht.

Und so schenkt mir die weiße Schneedecke Ruhe und dieser Monat unverplante Zeit. Zeit, die ich nutze. Für mich. Nur für mich.

[Weißes Schneebett und goldenes Obst.]
Zum Frühstück oder für zwischendurch, wenn ich mir Gutes tue. Einfach weil ich ja Zeit habe.

Dafür dürfen sich in einer heißen Pfanne einige Birnenscheiben in etwas Butter und braunem Zucker drehen und wenden, bis sie gold-gelb angebraten und karamellisiert sind. Zum Schluss mag ich sie mit griechischem Joghurt und Ahornsirup.

Er bringt mir Ruhe, dieser Januar.

Zwischen den Jahren.

ofr ParisDas Jahr ist fast um und die Luft ist raus. Ein Neuanfang [Neudenken] am Ende des Jahres. Es fühlt sich gut an.

Ich fange an zu schreiben und fülle diesen Platz wieder mit Leben. Einiges hat sich verändert, aber alles ist geblieben. Ich hab mich neu geordnet, so wie diesen Ort hier, den ich viel zu lange vernachlässigt hatte. Dinge brauchen ihre Zeit. Gute sowieso. Altes darf bleiben und Neues kommen. Ich möchte Festhalten an dem was mir lieb ist und mich befreien von der Last alles zu müssen. Hier und anderswo. Weil am Ende nur zählt, dass es uns gut geht mit dem was wir tun.

Samstagskaffee // Sechsundsechzig

Samstagskaffee65

Samstagskaffee gut verpackt. Eingehüllt in weißem Schleier. [Schaum aus Milch]. Am neuen Lieblingsplatz. Wo vieles soviel leichter ist. Wo sich jeder Moment [ein bisschen] wie Urlaub anfühlt. Und ich glaube, jeder braucht so einen Platz.
Hier genieße ich die frühen Morgenstunden. Komme zur Ruhe und hänge in Gedanken irgendwo zwischen Dänemark und Amsterdam.

Im Hintergrund ein Lied. Ruhig und Wild. Weil, entscheiden kann ich mich nicht. Aber das muss ich auch nicht. Ich genieße beide.

Samstagskaffee // Fünfundsechzig

Samstagmorgen[kaffee]. Meerluft/duft noch immer in der Nase.
Dänemark! festgehalten in Gedanken. Bildern.
Festgehalten für die Tage, an denen das Atmen schwer fällt.
Für Tage, an denen Aufgeben leichter ist als durchzuhalten.
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Nur wer heimkehrt, kann wiederkommen. Und so fällt der Abschied nie ganz so schwer. Weil ich weiß, tief in mir weiß, dass hier mein zu Hause ist. Am Meer.