Samstagskaffee // Siebenundsechzig

Geordnet verlief der Januar. Langsam und ruhig. Bewusst. Eine Wohltat für den Kopf.

Ich möchte Abschied nehmen von Angewohnheiten, die mich hindern die zu sein, die ich bin. Abschied nehmen und mich von unliebsamen Umständen lösen. Mutig sein. Und wenn es für die großen Veränderungen nicht reicht. Noch nicht reicht. Dann doch im Kleinen. Schritt für Schritt.

Für den Moment. Höre ich diese Worte. Ich kann gar nicht anders als repeat zu drücken. Dieses Album begleitet mich nun seit einigen Monaten überall hin. Auf dem Weg zur Arbeit, wenn ich noch nicht ganz bei mir bin, um mich herum aber schon alles sein Tempo gefunden hat. Am Abend vor dem Einschlafen, wenn der Tag turbulent war und die Gedanken keine Pause kennen. Zum Samstagsfrühstück, wenn ich mir den Tag wieder einmal vollpacken will und doch weiß „weniger ist mehr“.

Ich finde Ruhe im Hektischen. Und steige aus. Lasse sein was ist und höre seine Worte.

Kardamom-Apfel-Scones

Zufrieden sein. Nie gelingt es mir mehr, als zu dieser Zeit. Wenn der Konsum die Menschen in die Geschäfte zieht. Ziehe ich mich zurück. Und spüre Zufriedenheit. Weil ich alles habe. Und nichts brauche (aber dennoch haben möchte). Die früh einsetzende Dunkelheit mag an manchen Tagen aufs Gemüt schlagen. Aber nein, Abendstunden, die bereits mit der ersten Dunkelheit um vier Uhr einsetzen, sind mir die Liebsten. Von wintermüde kann hier nicht die Rede sein. Im Kopf liegen Ideen, eingemottet zu Zeiten, in denen Zeit fehlte. Und Mut.

Der Dezember bringt sie hervor und neue kommen hinzu. Ich möchte anpacken und verändern. Neues probieren und Altes beenden. Fangen wir an.

Warme Kardamom-Apfel-Scones mit einer luftigen Mascarpone-Quark-Creme
(Original von Yvette van Boven)

Für den Teig:

250 Gramm Dinkelmehl
1/2 Päckchen Weinsteinbackpulver
30 Gramm Rohrzucker
1 Prise Salz
20 Gramm Alsan (Pflanzenmargarine)
125 Milliliter Mandelmilch
30 Gramm selbstgekochtes Apfelgelee (optional gekauft)
1/2 Teelöffel gemahlener Kardamom

Für die Glasur:

2 Esslöffel Apfelgelee
1/2 Teelöffel gemahlener Kardamom
1 Esslöffel Wasser

Für die Creme (optional):

70 Gramm Mascarpone
30 Gramm Quark
Zimt, Vanillemark, Rohrzucker
etwas Mandelmilch

Dinkelmehl, Rohrzucker, Weinsteinbackpulver und Salz in eine Schüssel sieben und vermischen. Butterwürfel dazu geben und alles mit den Händen zu einem krümeligen Teig verkneten. Mandelmilch, Kardamom und Apfelgelee zum Teig geben und mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten.

Den Teig zwei Zentimeter dick ausrollen und sechs Scones ausstechen (das geht am besten mit einem Dessertring – sieben Zentimeter). Die Scones 15 Minuten ruhen lassen und anschließend im vorgeheizten Backofen bei 240 Grad Ober-/Unterhitze etwa 15 Minuten backen.

In der Zwischenzeit Apfelgelee, Wasser und Kardamom in einem Topf kurz erhitzen und anschließend die heißen Scones damit bepinseln.

Die noch ofenwarmen Scones mit der Mascarpone-Quark-Creme bestreichen. Dafür Mascarpone mit dem Quark luftig aufschlagen und mit Zimt, Vanillemark und Rohrzucker abschmecken. Ist die Creme zu fest, etwas Mandelmilch unterrühren.

Weniger gehaltvoll, aber genauso gut schmecken mir die Scones mit Alsan und Apfelgelee.

Süßkartoffelpizza

Pizza ohne Maß. Ohne übermäßiges Sättigungsgegühl. Und wiedereinmal ohne schlechtes Gewissen. Weil sie der Figur schmeichelt, anstatt ihr zuzusetzen. Ich muss Nichts schön reden. Sie nicht schön reden. Der Boden aus Blumenkohl. Sowieso wird hier viel Blumenkohl gegessen. Einfach, weil er so vielfältig einsetzbar ist. Für den Belag weichgegarte Süßkartoffel, Blattspinat und auch für die gesunde Variante, der sonst so fettigen Pizza, darf an manchen Tagen Käse einfach nicht fehlen.

Zutaten:

400 g Blumenkohl
1 Süßkartoffel
3 rote Zwiebeln
200 g Blattspinat
100 g geriebener Käse
50 g geriebener Parmesan
75 g gemahlene Mandeln
3 EL Milch
1 Ei
getrockneter Oregano
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Die Süßkartoffel ungeschält ringsherum mit einer Gabel einstechen und bei 175 Grad Ober-/ Unterhitze etwa 50 Minuten im Ofen weichgaren.

In der Zwischenzeit die Zwiebeln schälen, in Ringe schneiden und bei sehr niedriger Hitze in Olivenöl und etwas Salz 30 Minuten dünsten. Anschließend beiseite stellen.

Die Blätter und den Strunk vom Blumenkohl entfernen und kleine Röschen herausbrechen. Den Blumenkohl mit der Küchenmaschine oder dem Pürierstab klein schneiden, portionsweise in ein Küchentuch geben und das Wasser gut ausdrücken. Den Blumenkohl mit Parmesan, Mandeln, Salz, Pfeffer und Oregano vermischen. Das Ei dazugeben und alles gut durchkneten.

Den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und vorsichtig mit den Händen flach drücken. Eine zweite Lage Backpapier darüber legen und den Blumenkohlteig dünn ausrollen. Das Backpapier wieder entfernen und eventuell auftretende Risse mit den Fingern schließen. Mit Hilfe einer großen runden Schüssel den Pizzateig ausstechen und aus dem übrigen Teig einen kleinen Rand formen. Den Boden 25 bis 35 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 220 Grad Ober-/ Unterhitze goldbraun backen.

In der Zwischenzeit den Blattspinat waschen, grob hacken und mit der Zwiebel einige Minuten dünsten. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Die weiche Süßkartoffel halbieren, das Innere herausholen und mit einer Gabel zerdrücken. 3 Esslöffel Milch unter die Kartoffel rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den fertigen Pizzaboden aus dem Ofen nehmen. Die Süßkartoffel auf der Pizza verstreichen, Spinat und Zwiebeln darüber verteilen und mit Käse bestreuen.

Die Pizza weitere 10 Minuten bei 200 Grad Ober-/Unterhitze backen, bis der Käse zerlaufen ist.

Polenta [Käsekuchen]. Ein neuer Liebling.

Angeschmachtet hier und da. Mit großer Ehrfurcht. Lange gezögert. Der eigene Perfektionismus stand im Weg (wie so oft). Nach langer Zeit des Zögerns wurde es dann eine schnelle Nummer. Nahezu perfekt. Eine gute Größe hat der Kleine. Für 4 Personen. Für jeden zwei Stück. Und nichts bleibt übrig. Nicht unnötig süß. Leicht und gut bekömmlich. Wolkig weich in der Konsistenz. Die Polenta sorgt für Abenteuer auf der Zunge. Ruhezeit im Ofen sollte ihm gegönnt werden. Es lohnt sich allemal.

Schaut vorbei bei Fräulein Text.

Dänischer Sommer.

Ankommen. Zurücksein. Immer da. Süß-herbe Momente. Salzig und rau. Legt sich die Luft auf meine Haut. Hier bin ich zu Haus. Und war nie weg. Ein Ort, der wie ein zu Hause ist. Mein zu Hause ist. Hier fand ich schon so oft Ruhe, wenn ich zweifelte und die Welt Kopf stand, dass ich immer wieder hier her zurückkehre. Der Klang der Wellen, die Möwen über der Düne, die Fußsohlen überzogen mit Sand, Regen von oben und klitschnass bis auf die Haut, in der Sauna schwitzen und Abkühlung in der Wanne aus Zink unter freiem Himmel. Was die Nachbarn denken, egal. Im besten Fall gibt es die nicht.

Es ist ein bisschen perfekt.

Habt ihr auch so einen Ort? Erzählt mal!

Mood – Grau-blauer Sommer

Mein Sommer. Immer am Meer. Und wenn nicht da, dann immer seine Farben. Um mich herum und in mir drin.

Die passenden Töne gleich noch dazu. Eine Liebeserklärung, von einer so sanften Stimme. Wehmut im Herzen. Die Gedanken am Meer. Denn es ist immer da. In der Vergangenheit und auch in Zukunft. Und hier in der kleinen Großstadt, weil ich darin schwimme. In den Erinnerungen. Und sie tragen mich wie Wellen. Fort.

Kardamom-Brötchen. Für jede Jahreszeit.

Kardamom. Entweder du magst ihn. Oder eben nicht. Ich mag ihn. Das Richtige für die Zeit zwischen Winter und Frühling. Für Tage, an denen der nächste Urlaub noch in weiter Ferne liegt und für Tage an denen die graue Wolkendecke nicht aufreißt und die Sehnsucht nach knöchelfrei  am größten ist. Dann ist mir warmes Kardamomgebäck ein zu Hause.

Sie funktionieren aber genauso gut im Spätsommer. Dann in Gedanken im Schwedenurlaub. Bestrichen mit dick Butter und Heidelbeermarmelade. Oder mit selbst gekochter Pfirsichmarmelade, die nur so nach Sommer riecht. Der goldene Herbst gibt dem Kardamomgebäck Pflaumenmuß und die dunklen Morgenstunden der kalten Wintermonate mögen feines Apfelgelee. Das Gelee mit etwas Amaretto. Eher reichlich davon.

Natron und Essig im Teig machen die Brötchen luftig und weich. Für mich so am liebsten.

Zubereitung für vegane Kardamom-Brötchen (Originalrezept):

Für die Brötchen 200 ml Mandelmilch in einem Topf erwärmen, 1 TL Zucker hinzugeben, 25 g Hefe hinein bröckeln und unterrühren. 200 g Dinkelmehl mit der Milch verrühren. Den Teig abgedeckt im Ofen bei 50 Grad 10 Minuten gehen lassen.

Anschließend 1 EL Essig, 1 TL Natron, 1/2 TL Salz, 75 g Zucker sowie 1 – 2 TL Kardamom hinzufügen. Von 300 g Dinkelmehl etwas Mehl mit dem Mixer unterkneten. Das restliche Mehl sowie 50 ml neutrales Öl nach und nach mit den Händen einarbeiten.

Den Teig portinieren, zu kleinen Brötchen formen und auf einem mit Backpaier ausgelegten Backblech, zugedeckt, 30 Minuten gehen lassen. Die Brötchen großzügig mit Mandelmilch bepinseln und im vorgeheizten Backofen bei 250 Grad Ober/- Unterhitze 10 -12 Minuten backen. Zwischendrin den Backofen öffnen und die Brötchen nochmals mit Milch bestreichen.

Grün essen.

Grün essen. In zweierlei Hinsicht. Aber seht selbst.
Für die Avocado-Soße 3 kleine Bio-Avocados, eine Handvoll Basilikumblätter, 3 Knoblauchzehen, 50 Gramm Pinienkerne, 1 Esslöffel Zitronensaft und 1 Esslöffel Olivenöl pürieren. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Für die Nudeln 2 große Zucchinis durch den Spiralschneider drehen und in einer großen Pfanne (hier Wok) in Kokosöl bei mittlerer Hitze anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. Die Soße zu den Zucchinis geben, alles vermengen und kurz aufkochen.

Wer mag, streut sich darüber Cashew-Parmesan für noch mehr Geschmack. Dafür 1 Handvoll Cashew-Kerne, 1 Esslöffel Hefeflocken und etwas Salz sehr fein mahlen (ich benutze dafür eine Kaffeemühle).

Januar.


Es macht ihn besonders. Das Weiß auf den Bäumen. Für einen Moment scheint es still zu werden. Er nimmt die Geräusche. [Nur das Knistern unter den Sohlen.] Und mir die Hast. Es scheint, als würde die Welt für einen Moment den Atem anhalten. Friedlich und still. Und in der Ferne schimmern noch die letzten Lichter der vergangenen Weihnacht.

Und so schenkt mir die weiße Schneedecke Ruhe und dieser Monat unverplante Zeit. Zeit, die ich nutze. Für mich. Nur für mich.

[Weißes Schneebett und goldenes Obst.]
Zum Frühstück oder für zwischendurch, wenn ich mir Gutes tue. Einfach weil ich ja Zeit habe.

Dafür dürfen sich in einer heißen Pfanne einige Birnenscheiben in etwas Butter und braunem Zucker drehen und wenden, bis sie gold-gelb angebraten und karamellisiert sind. Zum Schluss mag ich sie mit griechischem Joghurt und Ahornsirup.

Er bringt mir Ruhe, dieser Januar.

Zwischen den Jahren.

ofr ParisDas Jahr ist fast um und die Luft ist raus. Ein Neuanfang [Neudenken] am Ende des Jahres. Es fühlt sich gut an.

Ich fange an zu schreiben und fülle diesen Platz wieder mit Leben. Einiges hat sich verändert, aber alles ist geblieben. Ich hab mich neu geordnet, so wie diesen Ort hier, den ich viel zu lange vernachlässigt hatte. Dinge brauchen ihre Zeit. Gute sowieso. Altes darf bleiben und Neues kommen. Ich möchte Festhalten an dem was mir lieb ist und mich befreien von der Last alles zu müssen. Hier und anderswo. Weil am Ende nur zählt, dass es uns gut geht mit dem was wir tun.