Kategorie: Gedanken

Dänischer Sommer.

Ankommen. Zurücksein. Immer da. Süß-herbe Momente. Salzig und rau. Legt sich die Luft auf meine Haut. Hier bin ich zu Haus. Und war nie weg. Ein Ort, der wie ein zu Hause ist. Mein zu Hause ist. Hier fand ich schon so oft Ruhe, wenn ich zweifelte und die Welt Kopf stand, dass ich immer wieder hier her zurückkehre. Der Klang der Wellen, die Möwen über der Düne, die Fußsohlen überzogen mit Sand, Regen von oben und klitschnass bis auf die Haut, in der Sauna schwitzen und Abkühlung in der Wanne aus Zink unter freiem Himmel. Was die Nachbarn denken, egal. Im besten Fall gibt es die nicht.

Es ist ein bisschen perfekt.

Habt ihr auch so einen Ort? Erzählt mal!

Mood – Grau-blauer Sommer

Mein Sommer. Immer am Meer. Und wenn nicht da, dann immer seine Farben. Um mich herum und in mir drin.

Die passenden Töne gleich noch dazu. Eine Liebeserklärung, von einer so sanften Stimme. Wehmut im Herzen. Die Gedanken am Meer. Denn es ist immer da. In der Vergangenheit und auch in Zukunft. Und hier in der kleinen Großstadt, weil ich darin schwimme. In den Erinnerungen. Und sie tragen mich wie Wellen. Fort.

Januar.


Es macht ihn besonders. Das Weiß auf den Bäumen. Für einen Moment scheint es still zu werden. Er nimmt die Geräusche. [Nur das Knistern unter den Sohlen.] Und mir die Hast. Es scheint, als würde die Welt für einen Moment den Atem anhalten. Friedlich und still. Und in der Ferne schimmern noch die letzten Lichter der vergangenen Weihnacht.

Und so schenkt mir die weiße Schneedecke Ruhe und dieser Monat unverplante Zeit. Zeit, die ich nutze. Für mich. Nur für mich.

[Weißes Schneebett und goldenes Obst.]
Zum Frühstück oder für zwischendurch, wenn ich mir Gutes tue. Einfach weil ich ja Zeit habe.

Dafür dürfen sich in einer heißen Pfanne einige Birnenscheiben in etwas Butter und braunem Zucker drehen und wenden, bis sie gold-gelb angebraten und karamellisiert sind. Zum Schluss mag ich sie mit griechischem Joghurt und Ahornsirup.

Er bringt mir Ruhe, dieser Januar.

Zwischen den Jahren.

ofr ParisDas Jahr ist fast um und die Luft ist raus. Ein Neuanfang [Neudenken] am Ende des Jahres. Es fühlt sich gut an.

Ich fange an zu schreiben und fülle diesen Platz wieder mit Leben. Einiges hat sich verändert, aber alles ist geblieben. Ich hab mich neu geordnet, so wie diesen Ort hier, den ich viel zu lange vernachlässigt hatte. Dinge brauchen ihre Zeit. Gute sowieso. Altes darf bleiben und Neues kommen. Ich möchte Festhalten an dem was mir lieb ist und mich befreien von der Last alles zu müssen. Hier und anderswo. Weil am Ende nur zählt, dass es uns gut geht mit dem was wir tun.

Samstagskaffee // Sechsundsechzig

Samstagskaffee65

Samstagskaffee gut verpackt. Eingehüllt in weißem Schleier. [Schaum aus Milch]. Am neuen Lieblingsplatz. Wo vieles soviel leichter ist. Wo sich jeder Moment [ein bisschen] wie Urlaub anfühlt. Und ich glaube, jeder braucht so einen Platz.
Hier genieße ich die frühen Morgenstunden. Komme zur Ruhe und hänge in Gedanken irgendwo zwischen Dänemark und Amsterdam.

Im Hintergrund ein Lied. Ruhig und Wild. Weil, entscheiden kann ich mich nicht. Aber das muss ich auch nicht. Ich genieße beide.

Samstagskaffee // Fünfundsechzig

Samstagmorgen[kaffee]. Meerluft/duft noch immer in der Nase.
Dänemark! festgehalten in Gedanken. Bildern.
Festgehalten für die Tage, an denen das Atmen schwer fällt.
Für Tage, an denen Aufgeben leichter ist als durchzuhalten.
//
Nur wer heimkehrt, kann wiederkommen. Und so fällt der Abschied nie ganz so schwer. Weil ich weiß, tief in mir weiß, dass hier mein zu Hause ist. Am Meer.

[Sonntag 2/2]

Montag, der sich zeitlich gesehen wie ein Sonntag anfühlt. [Sonntag 2/2]. Die Woche hat begonnen und fühlt sich doch ganz anders an. Wohlig warmer Duft drinnen. Abkühlung und graue Wolken draußen. Frischer Flieder auf dem Tisch, so wie ich es wollte. Nicht anders. Kein Abstrich. Genau so.

Warmes Gebäck von ihr, wie immer eigentlich. Mir ist es das Liebste. Weil sein Gelingen zuverlässig ist. [Ich schenke dem gold-gelben Süß 30 Minuten warme Ofenzeit]. Dazu Marmelade. Rote und blaue Beere bettet sich auf einer Sahnewolke, wie
hier auch schon.

(M)eine Mailiste.

Mutig sein. Und ein Wirtschaftstext, der mir im richtigen Moment in die Hände fiel.
Zum Einschlafen. Weil es beruhigt. (Daran erinnert und wieder gefunden. Jetzt liegen sie hier, nur fehlt das passende Abspielgerät.)
Ich mag ihren Blick auf den Teller. Und darüber hinaus.
Zwei Filme. Den einen auf der großen Leinwand, den anderen zu Hause.
Der erste Flieder. Und eine Vase davon auf meinem Tisch. Die große grüne, bisher noch unbenutzt.
Altbewährtes. Gebäck am Sonntag, unter frischer Wäsche und Krümeln im Bett.
Auf ein Konzert gehen. Zurück an den Ort, an dem wir uns vor 11 Jahren kennengelernt haben.
Einnebeln wie im letzten Jahr. Und diesmal auch für unterwegs.

Ende. Anfang.

Weil Leben auch Veränderung ist. Und Veränderung Neues beginnen lässt.

Sechs Monate in denen nichts so war wie erwartet. Abschiede. Tränen. Umzüge. Wut. Verzweiflung. Selbstzweifel.
Nichts ist mehr so wie es mal war.

Doch.

Du und ich.

Es ist so viel passiert. Aber nicht einfach so. Weil nichts einfach so passiert. Weil es kein Zufall war. An den glaube ich nicht. Es war so vorgesehen für euch und mich.

Uns.

Und jetzt fängt soviel Neues an. Es ist wie Laufen lernen. Ihr entdeckt eine neue Welt.

So viele Abschiede. Große. Und. Kleine. Wir lernen uns Neu kennen.

Und da wo Trennung war, wächst jetzt Neues.

Wir.

Ihr seid so stark. Und wieder weiß ich, dass Familie alles ist. Für mich. Auch wenn sie schrumpft. Immer kleiner wird. Aber ihr. Und all dem Unvorhergesehenen zum Trotz war da immer wieder Hoffnung. Ist Hoffnung.

Und jetzt nehme ich Veränderung selbst in die Hand. Weil wir es lenken können.

Nicht immer, aber jetzt.

Hier und dort.

Der Drang zu gehen war groß. Zusammen zu gehen. Wir beide. Nichts hielt mehr. Wiederzukommen ohne Sicherheiten, schien mir unmöglich. Zu stark waren die Ängste vor dem Danach.Kleine Alltagsfluchten nach Prag, Rom, Paris. Völlig abschalten und aus dem Hier fliehen. Es gelingt. Aber das Wiederkommen fühlte sich nicht richtig an. Die kleinen Fluchten sollten als Ersatz dienen. Aber das große Unbekannte rief nach mir. Neuer Wind. Irgendwo anders leben. Einfach nur sein.

Dort.

Weil ich es hier nicht mehr konnte.

Geplant.In unseren Köpfen.

Luftschlösser gebaut.Getüftelt.

Nach Lösungen gesucht, die das eine ermöglichen, das andere aber im Auge behalten. Den Plan vorsichtig ausgesprochen und nur wenige Menschen eingeweiht. Erfahren, dass das Unmögliche doch möglich ist. Gefreut über den Mut und die Chance.

Und dann.
Dann kam es wieder anders. Bevor es überhaupt losging.
Weil das Leben nicht plant.
Und auch nicht fragt.
Weil es in seinem eigenen Tempo weitergeht.
Und weil es neue Wege aufzeigt, neue Türen öffnet und schlaflose Nächte bereitet.