Kategorie: Gedanken

Januar.


Es macht ihn besonders. Das Weiß auf den Bäumen. Für einen Moment scheint es still zu werden. Er nimmt die Geräusche. [Nur das Knistern unter den Sohlen.] Und mir die Hast. Es scheint, als würde die Welt für einen Moment den Atem anhalten. Friedlich und still. Und in der Ferne schimmern noch die letzten Lichter der vergangenen Weihnacht.

Und so schenkt mir die weiße Schneedecke Ruhe und dieser Monat unverplante Zeit. Zeit, die ich nutze. Für mich. Nur für mich.

[Weißes Schneebett und goldenes Obst.]
Zum Frühstück oder für zwischendurch, wenn ich mir Gutes tue. Einfach weil ich ja Zeit habe.

Dafür dürfen sich in einer heißen Pfanne einige Birnenscheiben in etwas Butter und braunem Zucker drehen und wenden, bis sie gold-gelb angebraten und karamellisiert sind. Zum Schluss mag ich sie mit griechischem Joghurt und Ahornsirup.

Er bringt mir Ruhe, dieser Januar.

Zwischen den Jahren.

ofr ParisDas Jahr ist fast um und die Luft ist raus. Ein Neuanfang [Neudenken] am Ende des Jahres. Es fühlt sich gut an.

Ich fange an zu schreiben und fülle diesen Platz wieder mit Leben. Einiges hat sich verändert, aber alles ist geblieben. Ich hab mich neu geordnet, so wie diesen Ort hier, den ich viel zu lange vernachlässigt hatte. Dinge brauchen ihre Zeit. Gute sowieso. Altes darf bleiben und Neues kommen. Ich möchte Festhalten an dem was mir lieb ist und mich befreien von der Last alles zu müssen. Hier und anderswo. Weil am Ende nur zählt, dass es uns gut geht mit dem was wir tun.

Samstagskaffee // Sechsundsechzig

Samstagskaffee65

Samstagskaffee gut verpackt. Eingehüllt in weißem Schleier. [Schaum aus Milch]. Am neuen Lieblingsplatz. Wo vieles soviel leichter ist. Wo sich jeder Moment [ein bisschen] wie Urlaub anfühlt. Und ich glaube, jeder braucht so einen Platz.
Hier genieße ich die frühen Morgenstunden. Komme zur Ruhe und hänge in Gedanken irgendwo zwischen Dänemark und Amsterdam.

Im Hintergrund ein Lied. Ruhig und Wild. Weil, entscheiden kann ich mich nicht. Aber das muss ich auch nicht. Ich genieße beide.

Samstagskaffee // Fünfundsechzig

Samstagmorgen[kaffee]. Meerluft/duft noch immer in der Nase.
Dänemark! festgehalten in Gedanken. Bildern.
Festgehalten für die Tage, an denen das Atmen schwer fällt.
Für Tage, an denen Aufgeben leichter ist als durchzuhalten.
//
Nur wer heimkehrt, kann wiederkommen. Und so fällt der Abschied nie ganz so schwer. Weil ich weiß, tief in mir weiß, dass hier mein zu Hause ist. Am Meer.

[Sonntag 2/2]

Montag, der sich zeitlich gesehen wie ein Sonntag anfühlt. [Sonntag 2/2]. Die Woche hat begonnen und fühlt sich doch ganz anders an. Wohlig warmer Duft drinnen. Abkühlung und graue Wolken draußen. Frischer Flieder auf dem Tisch, so wie ich es wollte. Nicht anders. Kein Abstrich. Genau so.

Warmes Gebäck von ihr, wie immer eigentlich. Mir ist es das Liebste. Weil sein Gelingen zuverlässig ist. [Ich schenke dem gold-gelben Süß 30 Minuten warme Ofenzeit]. Dazu Marmelade. Rote und blaue Beere bettet sich auf einer Sahnewolke, wie
hier auch schon.

(M)eine Mailiste.

Mutig sein. Und ein Wirtschaftstext, der mir im richtigen Moment in die Hände fiel.
Zum Einschlafen. Weil es beruhigt. (Daran erinnert und wieder gefunden. Jetzt liegen sie hier, nur fehlt das passende Abspielgerät.)
Ich mag ihren Blick auf den Teller. Und darüber hinaus.
Zwei Filme. Den einen auf der großen Leinwand, den anderen zu Hause.
Der erste Flieder. Und eine Vase davon auf meinem Tisch. Die große grüne, bisher noch unbenutzt.
Altbewährtes. Gebäck am Sonntag, unter frischer Wäsche und Krümeln im Bett.
Auf ein Konzert gehen. Zurück an den Ort, an dem wir uns vor 11 Jahren kennengelernt haben.
Einnebeln wie im letzten Jahr. Und diesmal auch für unterwegs.

Ende. Anfang.

Weil Leben auch Veränderung ist. Und Veränderung Neues beginnen lässt.

Sechs Monate in denen nichts so war wie erwartet. Abschiede. Tränen. Umzüge. Wut. Verzweiflung. Selbstzweifel.
Nichts ist mehr so wie es mal war.

Doch.

Du und ich.

Es ist so viel passiert. Aber nicht einfach so. Weil nichts einfach so passiert. Weil es kein Zufall war. An den glaube ich nicht. Es war so vorgesehen für euch und mich.

Uns.

Und jetzt fängt soviel Neues an. Es ist wie Laufen lernen. Ihr entdeckt eine neue Welt.

So viele Abschiede. Große. Und. Kleine. Wir lernen uns Neu kennen.

Und da wo Trennung war, wächst jetzt Neues.

Wir.

Ihr seid so stark. Und wieder weiß ich, dass Familie alles ist. Für mich. Auch wenn sie schrumpft. Immer kleiner wird. Aber ihr. Und all dem Unvorhergesehenen zum Trotz war da immer wieder Hoffnung. Ist Hoffnung.

Und jetzt nehme ich Veränderung selbst in die Hand. Weil wir es lenken können.

Nicht immer, aber jetzt.

Hier und dort.

Der Drang zu gehen war groß. Zusammen zu gehen. Wir beide. Nichts hielt mehr. Wiederzukommen ohne Sicherheiten, schien mir unmöglich. Zu stark waren die Ängste vor dem Danach.Kleine Alltagsfluchten nach Prag, Rom, Paris. Völlig abschalten und aus dem Hier fliehen. Es gelingt. Aber das Wiederkommen fühlte sich nicht richtig an. Die kleinen Fluchten sollten als Ersatz dienen. Aber das große Unbekannte rief nach mir. Neuer Wind. Irgendwo anders leben. Einfach nur sein.

Dort.

Weil ich es hier nicht mehr konnte.

Geplant.In unseren Köpfen.

Luftschlösser gebaut.Getüftelt.

Nach Lösungen gesucht, die das eine ermöglichen, das andere aber im Auge behalten. Den Plan vorsichtig ausgesprochen und nur wenige Menschen eingeweiht. Erfahren, dass das Unmögliche doch möglich ist. Gefreut über den Mut und die Chance.

Und dann.
Dann kam es wieder anders. Bevor es überhaupt losging.
Weil das Leben nicht plant.
Und auch nicht fragt.
Weil es in seinem eigenen Tempo weitergeht.
Und weil es neue Wege aufzeigt, neue Türen öffnet und schlaflose Nächte bereitet.

archiv/e – Ein Blog. Ein Magazin.

Ein neues Magazin. Zum Lesen und Bilder schauen. Ganz ohne Timeline scrollen. Weil es soviel mehr ist. Ich bin überzeugt von der Idee, Digitales festzuhalten. Auf Papier, zum Durchblättern und in den Händen halten. Denn das ist es was ich mag: Seite für Seite umblättern und darin versinken, zur Seite legen und wieder danach greifen. Um nicht zu vergessen.

Ein Projekt das es zu unterstützen lohnt.

Weil es nachhaltig ist.

Gute Vorsätze – Short Stories #1

Bine und Andrea haben zu ihrer neuen Jahresaktion „Short Stories“ aufgerufen. Das Januar-Thema ist, wie sollte es auch anders sein, „Gute Vorsätze“. Fotos mit aufgehübschten Motiven sollen dabei in den Hintergrund rutschen und das Schreiben an sich steht im Fokus. Ich finde die Idee ganz wunderbar, setz ich mich doch dabei nochmal ganz intensiv mit einem Thema auseinander.

Peng. Altes Jahr vorbei. Jetzt müssen noch ganz schnell neue Vorsätze her. Neue, alte Vorsätze. Denn, meistens sind es doch dieselben wie im Jahr zuvor. Ganz oben auf der Rangliste stehen natürlich „Diät halten“, um den überschüssigen Kilos den Kampf anzusagen. Dicht gefolgt von „mehr Sport treiben“. Meine Aussagen dazu sind weder recherchiert noch allgemein gültig. Sie beruhen lediglich auf meinem Gefühl, auf meinen Eindrücken aus Gesprächen, aus Zeitschriften.

Peng. Mit dem Jahreswechsel wird ein Schlussstrich gezogen. Ein neues Jahr soll neues Glück bringen. Was davor geschah ist plötzlich verschwommen. Es wird nur noch nach vorn geschaut. Das alte Jahr mit all seinen schönen und manchmal auch weniger schönen Momenten hat da kaum noch Platz.

Ich habe keine Vorsätze für das neue Jahr. Ich habe auch keinen Schlussstrich hinter dem alten gezogen. Das kann ich nicht. Dafür denke ich viel zu gern an das vergangene Jahr mit all seinen Ereignissen und Herausforderungen zurück. Wenn ich nach vorn schaue, dann wünsche ich mir noch viele glückliche und gesunde Tage mit meiner Familie. Das ist das einzig Wichtige für mich.

Was sind Vorsätze überhaupt? Wofür braucht man sie? Damit ich mir am Anfang eines jeden Jahres neue Aufgaben stelle, um zumindest das Gefühl zu haben, ich würde nicht nur auf der Stelle treten?

Warum müssen Abnehmen, weniger Geld ausgeben, mehr Zeit mit der Familie verbringen, endlich mal wieder zum Yoga gehen, Vorsätze sein? Warum muss ich mich mit einem Vorsatz gewissermaßen dazu zwingen? Und warum, verdammt nochmal, immer zum 1. eines neuen Jahres? Warum? Und warum ist es scheinbar üblich, Vorsätze zu formulieren, die wir, wenn wir mal ehrlich sind, spätestens in der zweiten Jahreshälfte ohnehin aus den Augen verloren haben? Eher aber wohl schon in der letzten Januarwoche. Ich glaube mit solchen Vorsätzen verschwendet man seine Zeit und verliert die wirklich wichtigen Dinge aus den Augen.

Ich lebe jetzt. Und ich will meine Zeit genießen und wenn ich nach einer langen Flaute endlich mal wieder Joggen gehen möchte, dann mache ich das doch einfach. Weil ich Lust darauf habe und nicht, weil es sein muss. Keiner kann mich dazu zwingen. Ich mache das, weil ich Spaß daran habe, weil es mir gut tut. Also wozu zum Teufel muss ich mir das als Vorsatz nehmen?

Ich möchte noch so Vieles erleben und ich weiß, das ich es ganz allein in der Hand habe, wie mein Leben aussehen soll. Und deshalb mache ich auch nur das, was mir gut tut. Und das geht dann auch meistens ganz leicht von der Hand, eben weil ich es aus freien Stücken tue.

Ich trage keine rosarote Brille. Ich habe einfach zu oft erlebt, dass das Leben schneller vorbei sein kann, als es uns Allen lieb ist. Und ich glaube fest daran, dass ich selbst meines Glückes Schmied bin.

In diesem Sinne – genießt das schöne Leben! Ich tue es jedenfalls.

Mag sein, dass ich etwas vom Thema abgekommen bin, aber dieser ganze Vorsatzhype macht mich ganz verrückt im Kopf.