Kategorie: Unterwegs

Dänischer Sommer.

Ankommen. Zurücksein. Immer da. Süß-herbe Momente. Salzig und rau. Legt sich die Luft auf meine Haut. Hier bin ich zu Haus. Und war nie weg. Ein Ort, der wie ein zu Hause ist. Mein zu Hause ist. Hier fand ich schon so oft Ruhe, wenn ich zweifelte und die Welt Kopf stand, dass ich immer wieder hier her zurückkehre. Der Klang der Wellen, die Möwen über der Düne, die Fußsohlen überzogen mit Sand, Regen von oben und klitschnass bis auf die Haut, in der Sauna schwitzen und Abkühlung in der Wanne aus Zink unter freiem Himmel. Was die Nachbarn denken, egal. Im besten Fall gibt es die nicht.

Es ist ein bisschen perfekt.

Habt ihr auch so einen Ort? Erzählt mal!

Samstagskaffee // Fünfundsechzig

Samstagmorgen[kaffee]. Meerluft/duft noch immer in der Nase.
Dänemark! festgehalten in Gedanken. Bildern.
Festgehalten für die Tage, an denen das Atmen schwer fällt.
Für Tage, an denen Aufgeben leichter ist als durchzuhalten.
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Nur wer heimkehrt, kann wiederkommen. Und so fällt der Abschied nie ganz so schwer. Weil ich weiß, tief in mir weiß, dass hier mein zu Hause ist. Am Meer.

Samstagskaffee // Sechzig

Rom, so mächtig und gewaltig. Mit viel Espresso für Ninjas Samstagskaffee. Ich bin zurück und habe doch so viel mitgenommen. Eindrücke und Erinnerungen heute in Bildern.

Genießt die Sonne.

Ganz oben. Und immer dieses Gefühl, das nie enden will. Ein Triumphbogen im Forum Romanum.

Aufwachen und den Moment genießen, in dem es draußen noch ganz ruhig ist und die ersten Sonnenstrahlen sich ihren Weg durchs Fenster bahnen. Ein Besuch in der Basilika Santa Maria Maggiore. Der Blick nach oben schindet Eindruck.

Colosseum im Sonnenschein. Und Pause für die Füße.

Nacktheit an einer Häuserwand.

Licht am Abend und ein Teller Nudeln mit viel Knoblauch. So gut.

Ave Maria an der Hauswand. Zum Wachwerden ein Espresso. Nie hab ich soviel Espresso getrunken wie in diesen Tagen.

Petersplatz im Regen. Dafür strahlt die Orchidee.

Basilika und Bücherstapel in der Wohnung.

Vorhang auf und Sonne reinlassen. Danach ein Espresso und Croissants mit Zuckerglasur.

Pasta kochen und den Abend ausklingen lassen mit Wein und Magazinen.

Samstagskaffee // Fünfundvierzig

Heute geht es weiter mit dem Badezimmerprojekt. Langsam nimmt es Gestalt an. Die Wandfarbe „Cappucchinobraun“ musste schlichtem Weiß weichen. Die alten Möbel sind nun alle raus und stehen mir in den anderen Räumen im Weg herum. Die neuen Regale hängen an der Wand und die ersten Kisten und Schachteln haben ihren Platz gefunden.

Seit gerade eben versuche ich mich auch an Grünpflanzen. Laut Herstellerinfo dürfen sie auch mal „vernachlässigt“ werden. Ich würde meinen, genau das Richtige für mich. Inspiration für die Umräum- und Renovieraktion war mein Amsterdamaufenthalt vor ein paar Wochen. Wir hatten über airbnb gebucht, und bekommen, was wir wollten.

Da wohnte jemand, der was von Mode, Einrichtung und Kunst verstand. Das Bad war nur winzig klein aber die gesamte Wohnung mit ihrer Einrichtung hat mich beeindruckt. Ich hätte stundenlang einfach nur auf dem Sofa oder dem Balkon sitzen können. Es hätte gereicht. Deshalb heute neben dem Samstagskaffee eine kleine Bilderauswahl von Amsterdam für euch.

Unterwegs // 7 Tage Gardasee

7 Wochen sind seit unserem Urlaub am Gardasee vergangen. Und umso mehr Zeit verstreicht, umso schwerer fällt es mir, mich an die Details, an die Kleinigkeiten zu erinnern, die dieses oder jenes Gefühl in mir hervorriefen. Das Durschauen der unzähligen Fotos lässt mich aber immer und immer wieder an diese ganz besonderen Momente zurück denken.

In mehreren Teilen werde ich euch hier ein paar Einblicke von unserer Woche am Gardasee zeigen. Ich schreibe keinen ausführlichen Reisebericht. Mir geht es darum, eine sehr intensive Zeit für mich und meine Familie hier festzuhalten. Während der Reise ging es weniger um Sehenswürdigkeiten, als viel mehr um die gemeinsame Zeit.Der Gardasee war für uns keine unbekannte Gegend. In meiner Kindheit bin ich mehrmals dort gewesen. Vor 2 Jahren dann zu zweit. Italien war danach immer wieder im Gespräch. Und wir merkten schnell, dass der Wunsch, noch einmal diese Gegend zu bereisen, in uns wuchs. 7 Tage Familie. 7 Tage Gardasee. Seht selbst.

Nachdem feststand, dass wir noch einmal gemeinsam reisen würden, habe ich ganz schnell die Planung für ein geeignetes Feriendomizil an mich gerissen. Über ein Jahr vor Reiseantritt habe ich fleißig nach einer Unterkunft für uns gesucht. Sechs Personen wollten eine Woche zusammen wohnen und leben. Ein Ferienhaus sollte es sein. Großflächig. Viel Natur. Nichts mit Massentourismus. Und einen Pool musste es haben. Wennschon, dennschon.

Zwischenzeitlich kamen große Zweifel auf. Unterkünfte mit Plastikgartenstühlen ala OBI, PVC-Tischdecken mit Sonnenblumenaufdruck und dunkelbraune Schrankwände anno 1986, trübten meine Urlaubserwartungen. Hartnäckig habe ich weiter gesucht und bin schließlich doch noch fündig geworden.

Sonntagmorgens um halb acht machten wir uns auf den Weg. Ich mag ja solche langen Autofahrten und Omas belegte Brote, die ich mit großem Enthusiasmus während der Fahrt esse. Und dabei schaue ich immer wieder aus dem Fenster und beobachte die an mir vorbeiziehenden Landschaften. Mit jedem Kilometer, den wir uns dem Brenner näherten, wurde das Wetter schlechter. Regen. Nebel. 4 Grad. Wir schimpften. Über den Brenner drüber, stiegen die Temperaturen langsam wieder an. 18. 19. 20. 21 Grad. Ja, ja, ja! Bei der nächsten Pause hatten wir 26 Grad. Und wir schimpften wieder. Puh, viel zu warm! Das ist Italien im Mai.Von der Gardesana am Westufer bogen wir ab und fuhren 15 Minuten über eine kurvenreiche Straße immer weiter nach oben in die Berge hinauf. Unsere Unterkunft lag etwas im Hinterland, in der Gemeinde Tignale, 550 m über dem See.

Um uns herum Wiesen und Wälder. Und bei gutem Wetter der Blick auf den Gardasee im Tal. Unser Ferienhaus war wunderbar. Und ich hatte es herausgesucht. Ha! Da habe ich mir natürlich täglich selbst auf die Schulter geklopft und über mein Zimmer mit Doppelstockbett hinweg gesehen.

Unsere Tage verbrachten wir meist draußen. Nach dem Frühstück machten wir kleine und große Ausflüge. Wobei wir uns auf dem großen Grundstück auch den ganzen Tag hätten aufhalten können. Abends kochten wir auf dem offenstehenden Barbecuegrill Suppe und aßen in der Taverne. Wenn es kalt wurde, setzten wir uns mit Decken an den Grill und hielten unseren Knüppelkuchen in das offene Feuer.

Den so sehr gewünschten Pool gab es zwar, aber für Anfang Mai war das Wasser doch noch zu kalt. Und so bin ich nur einmal zähneknirschend eingetaucht. Am Tag war es warm, bis zu 27 Grad. Die Nächte aber kühl. Und so haben wir uns mit kuschligem Pullover und heißem Tee in die Liegestühle am Pool gesetzt und zumindest so getan, als ob.

48 Stunden Prag − meine Reiseerinnerungen

Es war mal wieder an der Zeit, die eigenen 4 Wände gegen ein Hotelzimmer einzutauschen. Das Fernweh hatte mich nach kaum 4 Wochen „zu Hause sein“ gepackt. Ich musste einfach mal wieder raus hier. Raus aus dem Alltag. Und das ist mir mit meiner Reise nach Prag ganz gut gelungen. Mir blieben nur 48 Stunden in dieser Stadt. 48 Stunden um Prag zu erkunden, den Alltag zu vergessen und die Stadt auf mich wirken zu lassen. 48 Stunden, in denen ich mich habe treiben lassen.

Übernachtet haben wir im Mosaic House, das Designhotel und Hostel miteinander verbindet. Das Mosaic House befindet sich im Stadtteil Novä Město. Im Erdgeschoss befindet sich „Belushis“ Bar, die jeden Abend gut gefüllt war. Morgens konnte man sich am Frühstücksbuffet bedienen – das kostet aber extra und wir wollten lieber verschiedene Prager Cafés und Restaurants kennenlernen.

Wir hatten ein Doppelzimmer mit Dachterasse gebucht, von der wir einen weiten Blick über Prag hatten. Die Kombination aus Hostel und Hotel kannte ich bisher noch nicht und hat mich hier echt begeistert. Jeden Abend legten DJs auf und es kamen Gäste von überall her. Trotz der Lautstärke in der Bar, die sich gleich im Eingangsbereich befindet, haben wir in unserem Zimmer nichts davon mitbekommen.

Auf Bus und Bahn haben wir in den 2 Tagen verzichtet, da wir Prag vom Hotel aus gut zu Fuß erkunden konnten. Mir hat unser Aufenthalt im Mosaic House sehr gut gefallen und ich würde jeder Zeit wieder dort ein Zimmer buchen.

Da Essen und Trinken für mich auf Reisen irgendwie dazu gehört, habe ich mich auch in Prag auf die Suche nach feinen Cafés und Restaurants gemacht, die nicht direkt auf den klassischen Touristenwegen liegen. Und siehe da, ich bin sogar fündig geworden.
Auf dem Weg in die Altstadt fanden wir ganz in der Nähe des Hotels eine französische Bäckerei, das
LE CARROUSEL (Narodni 37). Schon von draußen sieht man, das dort mit viel Liebe gearbeitet wird. Der Blick auf die Theke machte uns die Auswahl nicht gerade leicht – Croissants in allen Variationen, süße und herzhafte Crepes, belegte Baguettes, Macarons, Quiches, Tartlets, Joghurts und vieles mehr.
Durch die großen Schaufenster habe ich das Treiben draußen beobachtet und fühlte mich ein klein wenig an meinen Urlaub in Paris erinnert.

Am Abend war mir nicht nach der typisch tschechischen Küche mit Entenkeule und Knödeln. Deshalb fiel mein Blick auf ein italienisches Restaurant, das sich ganz in der Nähe des LE CARROUSEL befindet. Hereingelockt ins Modra Zahrada hat mich die Inneneinrichtung: modern, schnörkellos, geradlinig und aufgeräumt – keine Spur von rot-weiß karierten Tischdecken und Italienkitsch oder dem Kantinencharme einiger großer Ketten. Gegessen haben wir: Bruschetta, Melone mit Schinken, Fettucine und eine Pizza mit Schmandcreme, Rucola und Cranberries. Das Essen kam schnell auf den Tisch und war sehr lecker. Besonders die Pizza, die mich an Flammkuchen erinnerte, hatte es mir angetan.

Das absolute Highlight meiner Pragreise war für mich der Besuch im Cukrkavalimonada. Gelegen in einer Nebenstraße gleich hinter der Karlsbrücke, haben wir dieses Kleinod gefunden. Am Nachmittag brauchten wir eine kleine Auszeit vom Sightseeing und ließen uns hier eine hausgemachte Holunderlimo mit Zitrone und frischer Minze schmecken. Farben, Möbel und Wandgestaltung waren bis ins letzte Detail aufeinander abgestimmt. Aber seht selbst:

Schon kurz nach dem Betreten möchte man diesen Ort nicht mehr verlassen. Hier fühlte ich mich rundum wohl. Deshalb war es schnell beschlossene Sache, am nächsten Morgen hier zu frühstücken. Auch wenn ich die Karte am Vortag schon mehrfach studiert hatte, konnte ich mich am nächsten Morgen nur schwer entscheiden: belegte Croissants, Toasts mit Pesto, Ciabattas, hausgemachtes Brot, und Crepes mit verschiedenen Früchten. Auf unserem Frühstückstisch fanden sich: belegte Croissants mit Dillremoulade, Tomaten, Salat und Lachs, Aprikosenmarmelade, Rührei mit Salat, Bacon und hausgemachtem Brot, Crepe mit Erdbeeren und Lemon Curd-Creme, frisch gepresster Orangensaft und Latte Macchiato.

Mit grober Richtung Karlsbrücke sind wir vom Hotel aus losgelaufen und haben so die Stadt erkundet. Über den Altstädter Ring haben wir die Josefstadt erreicht. An einem Samstag herrscht dort eine besondere Atmosphäre. Der Trubel Prags scheint hier am Sabbat halt zu machen. Alle Synagogen, Museen und Geschäfte sind geschlossen und es sind nur wenige Leute unterwegs. Von dort aus stürzten wir uns wieder in den Touristenstrom Richtung Karlsbrücke. Auf dem Weg dorthin gingen wir in einen der vielen Manufaktura-Läden. Die Kette ist zwar kein Geheimtipp aber wenn man regionale Produkte sucht, dann wird man dort fündig. Auf der anderen Seite der Karlsbrücke haben wir fast den halben Tag auf der Prager Burg verbracht. Das Burggelände ist riesig und von überall hat man einen anderen Blick auf die Stadt. Auf dem Rückweg sind wir an der John Lennon Mauer und einem mediterranen Markt vorbeigekommen und haben statt des Weges durch die Altstadt den Weg auf der anderen Moldauseite über die Halbinsel Kampa gewählt.

Am Sonntag war nach dem Frühstück der Petrinhügel unser erstes Ziel. Für die 300 Meter Höhenunterschied kauften wir uns ein Ticket für die Standseilbahn. Diese kann man mit den normalen Nahverkehrstickets benutzen. Oben erwarten einen Gärten, ein Kloster und der Eiffelovka. Der Name kommt nicht von ungefähr, es handelt sich um eine kleinere Ausgabe des Pariser Eiffelturms. Wer unter Platzangst leidet, der sollte für den Weg nach oben die 300 Stufen dem Aufzug vorziehen. Für den Ausblick von oben lohnt es sich allemal.