Schlagwort: Gardasee

Unterwegs // 7 Tage Gardasee

7 Wochen sind seit unserem Urlaub am Gardasee vergangen. Und umso mehr Zeit verstreicht, umso schwerer fällt es mir, mich an die Details, an die Kleinigkeiten zu erinnern, die dieses oder jenes Gefühl in mir hervorriefen. Das Durschauen der unzähligen Fotos lässt mich aber immer und immer wieder an diese ganz besonderen Momente zurück denken.

In mehreren Teilen werde ich euch hier ein paar Einblicke von unserer Woche am Gardasee zeigen. Ich schreibe keinen ausführlichen Reisebericht. Mir geht es darum, eine sehr intensive Zeit für mich und meine Familie hier festzuhalten. Während der Reise ging es weniger um Sehenswürdigkeiten, als viel mehr um die gemeinsame Zeit.Der Gardasee war für uns keine unbekannte Gegend. In meiner Kindheit bin ich mehrmals dort gewesen. Vor 2 Jahren dann zu zweit. Italien war danach immer wieder im Gespräch. Und wir merkten schnell, dass der Wunsch, noch einmal diese Gegend zu bereisen, in uns wuchs. 7 Tage Familie. 7 Tage Gardasee. Seht selbst.

Nachdem feststand, dass wir noch einmal gemeinsam reisen würden, habe ich ganz schnell die Planung für ein geeignetes Feriendomizil an mich gerissen. Über ein Jahr vor Reiseantritt habe ich fleißig nach einer Unterkunft für uns gesucht. Sechs Personen wollten eine Woche zusammen wohnen und leben. Ein Ferienhaus sollte es sein. Großflächig. Viel Natur. Nichts mit Massentourismus. Und einen Pool musste es haben. Wennschon, dennschon.

Zwischenzeitlich kamen große Zweifel auf. Unterkünfte mit Plastikgartenstühlen ala OBI, PVC-Tischdecken mit Sonnenblumenaufdruck und dunkelbraune Schrankwände anno 1986, trübten meine Urlaubserwartungen. Hartnäckig habe ich weiter gesucht und bin schließlich doch noch fündig geworden.

Sonntagmorgens um halb acht machten wir uns auf den Weg. Ich mag ja solche langen Autofahrten und Omas belegte Brote, die ich mit großem Enthusiasmus während der Fahrt esse. Und dabei schaue ich immer wieder aus dem Fenster und beobachte die an mir vorbeiziehenden Landschaften. Mit jedem Kilometer, den wir uns dem Brenner näherten, wurde das Wetter schlechter. Regen. Nebel. 4 Grad. Wir schimpften. Über den Brenner drüber, stiegen die Temperaturen langsam wieder an. 18. 19. 20. 21 Grad. Ja, ja, ja! Bei der nächsten Pause hatten wir 26 Grad. Und wir schimpften wieder. Puh, viel zu warm! Das ist Italien im Mai.Von der Gardesana am Westufer bogen wir ab und fuhren 15 Minuten über eine kurvenreiche Straße immer weiter nach oben in die Berge hinauf. Unsere Unterkunft lag etwas im Hinterland, in der Gemeinde Tignale, 550 m über dem See.

Um uns herum Wiesen und Wälder. Und bei gutem Wetter der Blick auf den Gardasee im Tal. Unser Ferienhaus war wunderbar. Und ich hatte es herausgesucht. Ha! Da habe ich mir natürlich täglich selbst auf die Schulter geklopft und über mein Zimmer mit Doppelstockbett hinweg gesehen.

Unsere Tage verbrachten wir meist draußen. Nach dem Frühstück machten wir kleine und große Ausflüge. Wobei wir uns auf dem großen Grundstück auch den ganzen Tag hätten aufhalten können. Abends kochten wir auf dem offenstehenden Barbecuegrill Suppe und aßen in der Taverne. Wenn es kalt wurde, setzten wir uns mit Decken an den Grill und hielten unseren Knüppelkuchen in das offene Feuer.

Den so sehr gewünschten Pool gab es zwar, aber für Anfang Mai war das Wasser doch noch zu kalt. Und so bin ich nur einmal zähneknirschend eingetaucht. Am Tag war es warm, bis zu 27 Grad. Die Nächte aber kühl. Und so haben wir uns mit kuschligem Pullover und heißem Tee in die Liegestühle am Pool gesetzt und zumindest so getan, als ob.